Neues Theaterprojekt: „Theater ohne Grenzen“

Teilnehmer gesucht: Neues integratives Theaterprojekt

Neues Theaterprojekt: „Theater ohne Grenzen“

 

Nach dem mehrfach preisgekrönten und sehr erfolgreichen integrativen Theaterprojekt „Erzähl mir“, in dem von Mai 2017 bis November 2018 Menschen aus Reutlingen, junge und ältere Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung zusammen ein Theaterstück entwickelt haben und damit über ein Jahr immer wieder auf der Bühne standen, starten wir im Januar 2019 ein neues Projekt:

„Theater ohne Grenzen“ von Januar bis Juli 2019

Neues integratives Theaterprojekt für alle von 14 – 99 Jahre

Teilnehmen können alle Menschen, ob jung, ob alt, die Lust haben, gemeinsam Theater zu spielen und die mit dem Theater Geschichten erzählen und spielen möchten, die das Leben uns erzählt. Theatererfahrung braucht es nicht, eine regelmäßige Teilnahme ist jedoch erwünscht.

Egal aus welcher Kultur wir kommen, welche Sprache wir sprechen – keine Sorge – im Theater gibt es viele gemeinsame Sprachen:

  • Musik,
  • Bewegung,
  • ob mit Händen und Füssen,
  • Mimik und Gestik oder
  • den Klang verschiedener Sprachen

– all das werden wir im Spiel verbinden.

Über die Improvisation soll ein Stück entwickelt werden zu Themen, die den Teilnehmern der Gruppe unter den Nägeln brennen. Was wollen wir der Welt über uns erzählen? Nichts ist so spannend, wie die Menschen, ihre Kulturen, ihre Länder, ihre Lebensformen, ihre Träume kennen zu lernen.

Alle Ideen werden aufgegriffen und mit Literatur, Liedern, Medienberichten und eigener Lebenserfahrung bereichert. Daraus werden wir unser eigenes Stück schaffen. Theater spielen ist mehr als Text sprechen. Es ist ein Spiel mit Haut und Haar, Kopf und Herz. Theater ist auch ein Dialog. Nicht nur zwischen dem Publikum und den Menschen auf der Bühne, sondern auch innerhalb des Ensemble. „Theater ohne Grenzen“ will ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Toleranz, Mut und mehr Menschlichkeit.

Wann

Geprobt wird vom 07.01. bis 15.07.2019 immer montags von 18.30 – 20.30 Uhr
Einmal im Monat wird auch am Wochenende samstags von 10.00 – 15.00 Uhr geprobt.

Wo

Im Haus der Jugend, Museumstraße 7 in Reutlingen

Aufführungen

Im Juli sind 4-5 öffentliche Vorstellungen im Kulturzentrum franz.K geplant.

Die genauen Proben- und Aufführungstermine können beim Theater angefragt werden.
Bei Bedarf werden Fahrtkosten für die Teilnehmer zu den Proben erstattet.

Kursleitung

Sonka Müller, Schauspielerin und Theaterpädagogin am Theater PATATi-PATATA.
Seit Jahren leitet sie interkulturelle Theaterprojekte im In- und Ausland.

Weitere Infos

Fragen und Anmeldung an das Theater PATATi-PATATA

Theater
PATATi-PATATA
E-Mail: hallo [at] theaterpatati [dot] de 
Telefon: 07121-24202
Mobil: 0151- 10 76 40 26

Wir danken für die Unterstützung:

„Die große Tierwanderung“ ist von der Kaleidoskop-Jury ausgewählt

Die Kaleidoskop-Jury hat „die große Tierwanderung“ für die Kaleidoskop-Theatertage 2018 ausgewählt.

Die Bewertung der Jury

Die große Wanderung nimmt uns mit großer Leichtfüßigkeit auf eine Reise auf engstem Raum. Äußerst lustvoll gelingt es dem Theater Patati-Patata den Zuschauenden mit reduzierten Mitteln eine andere Welt vor Augen zu führen. Ganz bewusst spreche ich hier von reduzierten Mitteln und nicht von einfachen Mitteln.

Beeindruckend ist hierbei sicherlich die gestalterische und spielerische Reduzierung aufs Wesentlichste. Betrachtet man die Figuren dieses gelungenen Figurenspiels, so passen diese vermutlich alle in eine kleine Reisetasche. Auch die restlichen Bühnenelemente sind sehr kompakt. So begeben wir uns mit einer Zebra-Karawane auf Reise, die in erster Linie dadurch als Zebragruppe erkennbar wird, dass die aus Holzklötzchen bestehenden Körperteile schwarz-weiß- gestreift gestaltet sind. Ansonsten sind sie zunächst einmal eckige Holzklötzchen, die allerdings voller Leben stecken.

Noch beeindruckender wirken die unterschiedlichen Situationen, Nöte und Problemstellungen, denen wir als Mitreisende unterwegs begegnen. Die Themen von Migration und Exodus, die Umweltveränderungen erzwingen, werden bei der großen Wanderung spielerisch und altersgemäß transformiert. Zentral setzt das Theater Patati-Patata hierbei auf die Schaulust der Zuschauer*innen. Ergänzend dazu wird die Tonebene auf faszinierende Weise als zusätzliche Darstellungsebene bespielt. So wird das Brüllen des Löwen durch einen Haarkamm erzeugt oder das Abbeißen einer Karotte zur Vertonung von Essgeräuschen der Zebraherde eingesetzt.

Am insgesamt beeindruckendsten erscheint im Verlauf der kompletten Aufführung der Spielgeist, mit dem es Sonka Müller gelingt die Erzählung an das Publikum zu vermitteln. Trotz all ihres Einsatzes und der Energie, mit der sie die Handlung vorantreibt, gelingt es ihr stets sich im Hintergrund des Bühnengeschehens zu halten. Im allerbesten Sinne tritt sie als Vermittlerin der Handlung auf, die sich immer wieder aufs Neue von den plötzlichen Änderungen im Ablauf überrascht zeigt. Hierdurch gelingt es ihr aus der Position der allwissenden Erzählerin auszusteigen. Stattdessen bringt sie sich selbst von Anbeginn situativ mit in die Bühnensituation ein. Immer wieder aufs Neue gerät auch sie als Bühnendarstellerin in schicksalhafte Situationen voller Unwägbarkeiten. Im Vergleich zu Wassernöten, Dürren oder gar Kriegen erscheint eine Auseinandersetzung mit der Tontechnik natürlich banal, aber auch hierin versteckt sich eine wichtige Parabel: Das, was allzuoft als schicksalhaft auf uns einwirkende Außenwelt wahrgenommen wird, kann auch von uns beeinflusst werden.

Jörg Thums, Februar 2018

Download der Meldung als PDF

Neuer Dokumentarfilm zum Jugendtheateraustauschprojekt 2016 „Afrika – Europa die Flucht nach vorne“

Dokumentarfilm zum bilateralen Jugendtheateraustauschprojekt 2016 „Afrika – Europa die Flucht nach vorne“

In den letzten drei Wochen waren wir zu einem neuen Projekt in Kooperation mit dem Goetheinstiut in Abidjan wieder an der Elfenbeinküste tätig. Diemal ging es um Fortbildungen im Bereich
„Theatermittel im Fremdsprachenunterricht“ für Lehrer und Schüler.

Am Tag vor meiner Abreise dorthin ist endlich der 25-minütige Dokmentarfilm fertig geworden, den die Filmerin Kerstin Risse und ich aus allen Filmaufnahmen aus Bouaké von Alex Boy und allen Filmaufnahmen von Frau Risse in Reutlingen so wie aus einer Auswahl aus ca. 6.000 Fotos über das bilaterale Projekt 2016 erstellt haben.

Thema des Filmes ist: Interkulturelle Theaterarbeit – von Null auf hundert

Quasi druckfrisch wurde der Film in den letzten Wochen von mir mehrfach an der Elfenbeinküste gezeigt: Im Goetheinstitut  für die Spieler aus Bouaké, die inzwischen in Abidjan studieren. Außerdem wurde der Film im Goethesinstitut im Rahmen meiner Lehrerfortbildung „Theatermittel im Fremdsprachenunterricht“ gezeigt für alle Kursteilnehmer und die Mitarbeiter des GI.

Und dann gab es in Bouaké noch eine echte Filmpremiere bei einem Musiker von der Musikgruppe „Katana Club“ zu Hause –  Dazu kamen die Spieler aus Bouaké, der Filmer Alex Boy, Musiker, Schauspieler und  Lehrer.

So und nun sollten Sie auch die Möglichkeit haben, den Dokumentarfilm zum Projekt 2016 zusehen: Sie können den Film über Vimeo ansehen aber nicht downloaden. Wer Interesse an der Datei hat, dem können wir ihn z. B.auch per wetransfer zukommen lassen. Bei Bedarf können wir Ihnen auch eine DVD zukommen lassen.

Sachbericht zum Jugendtheater-Austauschprojekt 2012/2013: „Erzähl mir von dir – Afrika trifft Europa“

Teil 3 des interkulturellen Jugendtheaterprojekts Reutlingen – Bouaké/Elfenbeinküste

Vom 04. – 22. Juli 2013 in Reutlingen

Nach der erfolgreichen Erarbeitung des Theaterstückes „Racconte moi – Le moment ou nous ne savions rien l’un de l’autre“ im November 2012 an der Elfenbeinküste mit vier Vorstellungen vor ca. 1.400 Zuschauern in Bouaké und Abidjan, und dem theatralen Reisebericht „ Afrika oh Afrika“, den die deutschen Schüler im Januar in Reutlingen auf die Beine gestellt haben, wurde im Gegenbesuch das Stück aus Bouaké weiterentwickelt.
Dabei standen nun die Fragen im Vordergrund, die die Afrikaner hier im Kontakt mit der europäischen Kultur bewegen.
Sieben ivorische Schüler aus Bouaké reisten mit zwei begleitenden Deutschlehrern nach Reutlingen, wo in 12 Tagen zusammen mit sechs deutschen Schülern, alle zwischen 16 und 22 Jahren alt, ein gemeinsames Theaterstück entwickelt wurde. Ausgangspunkt waren eigene Geschichten und Fragen, aktuelle Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Alltag. Gedichte, Märchen und Lieder aus zwei Kontinenten ergänzten die eigenen authentischen Erzählungen und wurden künstlerisch umgesetzt.

Weiterlesen

Projektbericht: „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“

Interkulturelles Jugendtheaterprojekt zwischen dem TeenieTheaterTreff Reutlingen und dem Deutschclub des Lycée classique et moderne in Bouaké.

Ziel des Theaterprojekts war es, über Improvisation gemeinsam ein ganz neues Stück zu erarbeiten. Anknüpfungspunkte waren dabei zu Beginn Ängste, Vorurteile, Halbwissen. Wir haben gegenseitig Fragen über die andere Kultur gestellt  und über die eigene Kultur erzählt. Das Theaterprojekt lebte insbesondere von der Ensemblearbeit. Es gab sehr viele Gruppenszenen  in unserem Stück. Dabei ging es um das gemeinsame Spiel, es konnte nur gelingen,  indem man aufeinander hört, sich gegenseitig wahrnimmt, reagiert und zusammen arbeitet.

Weiterlesen