Wiederaufnahme aufgrund des großen Erfolges: Perspektivwechsel

Ein integratives Theaterprojekt mit Geflüchteten und Einheimischen

  • für Jugendliche ab 14 + Erwachsene
  • Di. 12. und Mi. 13. November 2019 um 19.30 Uhr

in der neuen Spielstätte „Theater TONNE“ in Reutlingen

Pressestimme zur Premiere

„…Das lebendige Spiel und die vielen originellen Einfälle der Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter zwischen 14 und 60 Jahren zogen die Zuschauer von Anfang an in ihren Bann… Neben diesen ernsten Themen kam der Humor nicht zu kurz…“
GEA 10.07.2019

Nach unserem letzten, mehrfach preisgekrönten und sehr erfolgreichen, integrativen Theaterstück“ Erzähl mir“ gibt es jetzt eine neue Produktion des Ensembles „Theater ohne Grenzen“ am Theater PATATi-PATATA.

Derzeit sind Menschen aus verschiedenen Kulturen (arabisch stämmige, türkische, italienische und deutsche ) mit und ohne Flucht- oder Migrationshintergrund dabei. Die Spieler sind zwischen 14 und 65 Jahren. Zusammen haben sie über sechs Monate unter der Leitung der Regisseurin Sonka Müller aus der Improvisation das Stück „Perspektivwechsel“ aus persönlichen Geschichten entwickelt.

„Perspektivwechsel beleuchtet auf humorvolle Art die Tücken, Fallstricke und Freuden einer vielfältigen Gesellschaft. Durch den fremden Blick auf das Eigene kann Gewöhnliches manchmal ganz neu erscheinen. Zu entdecken gibt es viel in einem anderen Land, mit einer fremden  Sprache, einer fremden Kultur. Doch fängt das Leben ja hier nicht erst an. Wir alle haben Vorgeschichten hier oder anderswo.
Perspektivwechsel“ greift Erzählungen aus Syrien, der Türkei, Italien, Deutschland und Europa auf. Ob Stromausfall, Anstehen für Mangelware, Sprachengewirr, Integrationsarbeit, Wohnungsnot, Alkohol und Apfelsaft, Pfandflaschen, Schwarzmarkt, Zensur contra Freiheit oder die Suche nach einem sicheren Hafen. Wir stellenfest: Es gibt sie immer wieder, die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten. (Denn) Geschichte wiederholt sich.

Es spielen: Katada Fallaha, Muhannad Alhaj Omar, Richard Kipp, Swany Castillo, Peter Jan Philipp, Domenico Santangelo, Reinhard Galbas
Projekt-Leitung & Regie: Sonka Müller, Theater PATATi-PATATA

Kartenvorbestellung und Informationen:

Naldo

Theater PATATi-PATATA:  Tel.: 07121/24202 oder per mail an: hallo [at] theaterpatati [dot] de
Preise:
Erw. 8,00 € / Ermäßigt: 6,00 € / Flüchtlinge: Eintritt frei, die Eintrittskarte gilt im NALDO als Fahrschein.

Wir danken:

 

Neue Kurse ab Oktober 2019: Jetzt anmelden

Theater selber spielen können Kinder und Jugendliche bei uns in verschiedenen Angeboten. Wir bieten in allen Ferien Schnuppertheatertage, oder übers Jahr langfristige Projekte wie den Kindertheaterclub oder den TeenieTheaterTreff.

Ab sofort könnt Ihr Euch hier anmelden:

 

„Die große Tierwanderung“ ist von der Kaleidoskop-Jury ausgewählt

Die Kaleidoskop-Jury hat „die große Tierwanderung“ für die Kaleidoskop-Theatertage 2018 ausgewählt.

Die Bewertung der Jury

Die große Wanderung nimmt uns mit großer Leichtfüßigkeit auf eine Reise auf engstem Raum. Äußerst lustvoll gelingt es dem Theater Patati-Patata den Zuschauenden mit reduzierten Mitteln eine andere Welt vor Augen zu führen. Ganz bewusst spreche ich hier von reduzierten Mitteln und nicht von einfachen Mitteln.

Beeindruckend ist hierbei sicherlich die gestalterische und spielerische Reduzierung aufs Wesentlichste. Betrachtet man die Figuren dieses gelungenen Figurenspiels, so passen diese vermutlich alle in eine kleine Reisetasche. Auch die restlichen Bühnenelemente sind sehr kompakt. So begeben wir uns mit einer Zebra-Karawane auf Reise, die in erster Linie dadurch als Zebragruppe erkennbar wird, dass die aus Holzklötzchen bestehenden Körperteile schwarz-weiß- gestreift gestaltet sind. Ansonsten sind sie zunächst einmal eckige Holzklötzchen, die allerdings voller Leben stecken.

Noch beeindruckender wirken die unterschiedlichen Situationen, Nöte und Problemstellungen, denen wir als Mitreisende unterwegs begegnen. Die Themen von Migration und Exodus, die Umweltveränderungen erzwingen, werden bei der großen Wanderung spielerisch und altersgemäß transformiert. Zentral setzt das Theater Patati-Patata hierbei auf die Schaulust der Zuschauer*innen. Ergänzend dazu wird die Tonebene auf faszinierende Weise als zusätzliche Darstellungsebene bespielt. So wird das Brüllen des Löwen durch einen Haarkamm erzeugt oder das Abbeißen einer Karotte zur Vertonung von Essgeräuschen der Zebraherde eingesetzt.

Am insgesamt beeindruckendsten erscheint im Verlauf der kompletten Aufführung der Spielgeist, mit dem es Sonka Müller gelingt die Erzählung an das Publikum zu vermitteln. Trotz all ihres Einsatzes und der Energie, mit der sie die Handlung vorantreibt, gelingt es ihr stets sich im Hintergrund des Bühnengeschehens zu halten. Im allerbesten Sinne tritt sie als Vermittlerin der Handlung auf, die sich immer wieder aufs Neue von den plötzlichen Änderungen im Ablauf überrascht zeigt. Hierdurch gelingt es ihr aus der Position der allwissenden Erzählerin auszusteigen. Stattdessen bringt sie sich selbst von Anbeginn situativ mit in die Bühnensituation ein. Immer wieder aufs Neue gerät auch sie als Bühnendarstellerin in schicksalhafte Situationen voller Unwägbarkeiten. Im Vergleich zu Wassernöten, Dürren oder gar Kriegen erscheint eine Auseinandersetzung mit der Tontechnik natürlich banal, aber auch hierin versteckt sich eine wichtige Parabel: Das, was allzuoft als schicksalhaft auf uns einwirkende Außenwelt wahrgenommen wird, kann auch von uns beeinflusst werden.

Jörg Thums, Februar 2018

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Dokumentarfilm zum Jugendtheateraustauschprojekt 2016 „Afrika – Europa die Flucht nach vorne“

Dokumentarfilm zum bilateralen Jugendtheateraustauschprojekt 2016 „Afrika – Europa die Flucht nach vorne“

In den letzten drei Wochen waren wir zu einem neuen Projekt in Kooperation mit dem Goetheinstiut in Abidjan wieder an der Elfenbeinküste tätig. Diemal ging es um Fortbildungen im Bereich
„Theatermittel im Fremdsprachenunterricht“ für Lehrer und Schüler.

Am Tag vor meiner Abreise dorthin ist endlich der 25-minütige Dokmentarfilm fertig geworden, den die Filmerin Kerstin Risse und ich aus allen Filmaufnahmen aus Bouaké von Alex Boy und allen Filmaufnahmen von Frau Risse in Reutlingen so wie aus einer Auswahl aus ca. 6.000 Fotos über das bilaterale Projekt 2016 erstellt haben.

Thema des Filmes ist: Interkulturelle Theaterarbeit – von Null auf hundert

Quasi druckfrisch wurde der Film in den letzten Wochen von mir mehrfach an der Elfenbeinküste gezeigt: Im Goetheinstitut  für die Spieler aus Bouaké, die inzwischen in Abidjan studieren. Außerdem wurde der Film im Goethesinstitut im Rahmen meiner Lehrerfortbildung „Theatermittel im Fremdsprachenunterricht“ gezeigt für alle Kursteilnehmer und die Mitarbeiter des GI.

Und dann gab es in Bouaké noch eine echte Filmpremiere bei einem Musiker von der Musikgruppe „Katana Club“ zu Hause –  Dazu kamen die Spieler aus Bouaké, der Filmer Alex Boy, Musiker, Schauspieler und  Lehrer.

So und nun sollten Sie auch die Möglichkeit haben, den Dokumentarfilm zum Projekt 2016 zusehen: Sie können den Film über Vimeo ansehen aber nicht downloaden. Wer Interesse an der Datei hat, dem können wir ihn z. B.auch per wetransfer zukommen lassen. Bei Bedarf können wir Ihnen auch eine DVD zukommen lassen.

Sachbericht zum Jugendtheater-Austauschprojekt 2012/2013: „Erzähl mir von dir – Afrika trifft Europa“

Teil 3 des interkulturellen Jugendtheaterprojekts Reutlingen – Bouaké/Elfenbeinküste

Vom 04. – 22. Juli 2013 in Reutlingen

Nach der erfolgreichen Erarbeitung des Theaterstückes „Racconte moi – Le moment ou nous ne savions rien l’un de l’autre“ im November 2012 an der Elfenbeinküste mit vier Vorstellungen vor ca. 1.400 Zuschauern in Bouaké und Abidjan, und dem theatralen Reisebericht „ Afrika oh Afrika“, den die deutschen Schüler im Januar in Reutlingen auf die Beine gestellt haben, wurde im Gegenbesuch das Stück aus Bouaké weiterentwickelt.
Dabei standen nun die Fragen im Vordergrund, die die Afrikaner hier im Kontakt mit der europäischen Kultur bewegen.
Sieben ivorische Schüler aus Bouaké reisten mit zwei begleitenden Deutschlehrern nach Reutlingen, wo in 12 Tagen zusammen mit sechs deutschen Schülern, alle zwischen 16 und 22 Jahren alt, ein gemeinsames Theaterstück entwickelt wurde. Ausgangspunkt waren eigene Geschichten und Fragen, aktuelle Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Alltag. Gedichte, Märchen und Lieder aus zwei Kontinenten ergänzten die eigenen authentischen Erzählungen und wurden künstlerisch umgesetzt.

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Projektbericht: „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“

Interkulturelles Jugendtheaterprojekt zwischen dem TeenieTheaterTreff Reutlingen und dem Deutschclub des Lycée classique et moderne in Bouaké.

Ziel des Theaterprojekts war es, über Improvisation gemeinsam ein ganz neues Stück zu erarbeiten. Anknüpfungspunkte waren dabei zu Beginn Ängste, Vorurteile, Halbwissen. Wir haben gegenseitig Fragen über die andere Kultur gestellt  und über die eigene Kultur erzählt. Das Theaterprojekt lebte insbesondere von der Ensemblearbeit. Es gab sehr viele Gruppenszenen  in unserem Stück. Dabei ging es um das gemeinsame Spiel, es konnte nur gelingen,  indem man aufeinander hört, sich gegenseitig wahrnimmt, reagiert und zusammen arbeitet.

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