Zusatzveranstaltung am 09.05. wegen des großen Erfolges: „Erzähl mir“ ein integratives Theaterprojekt mit Flüchtlingen und Reutlingern

Nach dem großen Erfolg der Premiere im September 2017 im Rahmen der interkulturellen Woche in Reutlingen gibt es eine Wiederaufnahme. Die  neu gegründete Theatergruppe, bestehend aus Flüchtlingen und Reutlingern, spielt noch einmal ihre Eigenproduktion “ Erzähl mir „.  Aus Improvisationen und Erzählungen der Teilnehmer ist ein berührendes Stück entstanden zwischen Aufbruch und Ankommen, zwischen hier und dort, zwischen gestern, heute und morgen. Vom Sprachkuddelmuddel auf allen Seiten, der mühevollen Suche nach Arbeit, dem ewigen Warten auf irgendetwas, von Einsamkeit, Familie, Krieg und Flucht wird trotz der Ernsthaftigkeit vieler Themen mit großer Leichtigkeit und Spielfreude erzählt und gespielt. In der Szenencollage wechseln humorvolle Momente aus den täglichen Missverständnissen in der Integration ab mit Erinnerungen aus einem Leben in der Heimat und sehr bewegenden Berichten über den mühevollen Weg nach Europa.

Derzeit sind in der Theatergruppe fünf Flüchtlinge aus dem arabischen Raum, so wie Reutlinger Bürger und Spieler des TeenieTheaterTreff. Begleitet werden sie von Ensemblemitgliedern des Theater PATATi-PATATA. Zusammen haben sie über 5 Monate unter der Leitung von Sonka Müller, Regisseurin, und Jana Riedel, theaterpädagogische Assisstenz, ihre persönlichen Geschichten in Szene gesetzt.

Wann

Zusatzvorstellung am 09. Mai 2018 um 20:00 Uhr

Wo

In der neuen Spielstätte des Theater Reutlingen Die TONNE, Jahnstrasse 6, Reutlingen

Weitere Informationen

Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter Stücke.

Kartenvorbestellung & Kontakt

Für eine Buchung und weitere Informationen wenden Sie sich bitte telefonisch unter +49-7121/24202 oder per E-Mail an uns.

Preise

Erwachsene: 8,– € / Ermäßigt: 6,– € /  Flüchtlinge: Eintritt frei
Die Eintrittskarte gilt im NALDO als Fahrschein

In Kooperation mit

Premiere Kindertheaterclub: Der Traumdieb

Nach einem Märchen von Rafik Schami zum Thema: Kinder haben Rechte
Eine Eigenproduktion zwischen Theater und Kunst
für Kinder der Klassenstufe 1 – 4

Wie in vielen Märchen, in vielen Ländern und Kulturen, beginnt die Geschichte damit, dass Kinder ausziehen in die große weite Welt, um Geld zu verdienen, denn die Familie ist arm und braucht Unterstützung. In diesem Märchen kommen sie zu einem bösen König, der zwar Arbeit bereit hält, aber dafür einen hohen Preis fordert: „Du darfst dich nicht ärgern, sonst verlierst du deine Träume,“ grinst er höhnisch. „Lächerlich“, denken sich die Kinder, „das werde ich schon schaffen.“

Wie kann der böse Zauberer überlistet werden, der den Kindern ihre Träume und ihr Lachen stiehlt? Und wie können all die gestohlenen Träume befreit werden, so dass sie wahr werden und wie bunte Schmetterlinge durch die Welt fliegen? Welche Träume haben Kinder für unsere Welt, ihr Leben, ihre Familie, ihre Zukunft? Auf spielerischem Weg über Improvisationen und Theaterübungen haben 9 Kinder zwischen 7 und 11 Jahren ein Stück aus ihren eigenen Ideen entwickelt. Dazu haben sie auch die Kostüme und die Bühne zusammen mit der Kunstpädagogin Andrea Dohse gestaltet.

Spieltermine 2018

Haus der Jugend, Museumstrasse 7  – 72764 Reutlingen

  • Sa., 21.04.  um 15:00 Uhr, Premiere
  • So., 22.04. um 15:00 Uhr
  • Mo., 23.04. um 10:00 Uhr
  • Di., 24.04. um  10:00 Uhr

Leitung Theater

Sonka Müller, Schauspielerin, Theaterpädagogin, Theater PATATi-PATATA

Leitung Bildende Kunst

Andrea Dohse, Kunstpädagogin

Es spielen

Hamide Gökcen, Johanna Dinkel, Maya Nagel, Yesan Mahmoud, Luna Penelope Sirbik, Cora Marisol Sirbik, Zarah Meyer, Franz Steinhart, Musab Idries

Eintritt

  • Erwachsene: 5,50 €
  • Kinder: 4,50 €
  • Schulklassen: 4,00 € pro Person

Naldo

Kartenreservierung

Beim Theater PATATi-PATATA Tel.: 07121/24202 oder per E-Mail.
Die Eintrittskarte gilt im Naldo-Gebiet als Fahrschein.

Wir danken

 

„Die große Tierwanderung“ ist von der Kaleidoskop-Jury ausgewählt

Die Kaleidoskop-Jury hat „die große Tierwanderung“ für die Kaleidoskop-Theatertage 2018 ausgewählt.

Die Bewertung der Jury

Die große Wanderung nimmt uns mit großer Leichtfüßigkeit auf eine Reise auf engstem Raum. Äußerst lustvoll gelingt es dem Theater Patati-Patata den Zuschauenden mit reduzierten Mitteln eine andere Welt vor Augen zu führen. Ganz bewusst spreche ich hier von reduzierten Mitteln und nicht von einfachen Mitteln.

Beeindruckend ist hierbei sicherlich die gestalterische und spielerische Reduzierung aufs Wesentlichste. Betrachtet man die Figuren dieses gelungenen Figurenspiels, so passen diese vermutlich alle in eine kleine Reisetasche. Auch die restlichen Bühnenelemente sind sehr kompakt. So begeben wir uns mit einer Zebra-Karawane auf Reise, die in erster Linie dadurch als Zebragruppe erkennbar wird, dass die aus Holzklötzchen bestehenden Körperteile schwarz-weiß- gestreift gestaltet sind. Ansonsten sind sie zunächst einmal eckige Holzklötzchen, die allerdings voller Leben stecken.

Noch beeindruckender wirken die unterschiedlichen Situationen, Nöte und Problemstellungen, denen wir als Mitreisende unterwegs begegnen. Die Themen von Migration und Exodus, die Umweltveränderungen erzwingen, werden bei der großen Wanderung spielerisch und altersgemäß transformiert. Zentral setzt das Theater Patati-Patata hierbei auf die Schaulust der Zuschauer*innen. Ergänzend dazu wird die Tonebene auf faszinierende Weise als zusätzliche Darstellungsebene bespielt. So wird das Brüllen des Löwen durch einen Haarkamm erzeugt oder das Abbeißen einer Karotte zur Vertonung von Essgeräuschen der Zebraherde eingesetzt.

Am insgesamt beeindruckendsten erscheint im Verlauf der kompletten Aufführung der Spielgeist, mit dem es Sonka Müller gelingt die Erzählung an das Publikum zu vermitteln. Trotz all ihres Einsatzes und der Energie, mit der sie die Handlung vorantreibt, gelingt es ihr stets sich im Hintergrund des Bühnengeschehens zu halten. Im allerbesten Sinne tritt sie als Vermittlerin der Handlung auf, die sich immer wieder aufs Neue von den plötzlichen Änderungen im Ablauf überrascht zeigt. Hierdurch gelingt es ihr aus der Position der allwissenden Erzählerin auszusteigen. Stattdessen bringt sie sich selbst von Anbeginn situativ mit in die Bühnensituation ein. Immer wieder aufs Neue gerät auch sie als Bühnendarstellerin in schicksalhafte Situationen voller Unwägbarkeiten. Im Vergleich zu Wassernöten, Dürren oder gar Kriegen erscheint eine Auseinandersetzung mit der Tontechnik natürlich banal, aber auch hierin versteckt sich eine wichtige Parabel: Das, was allzuoft als schicksalhaft auf uns einwirkende Außenwelt wahrgenommen wird, kann auch von uns beeinflusst werden.

Jörg Thums, Februar 2018

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Neuer Dokumentarfilm zum Jugendtheateraustauschprojekt 2016 „Afrika – Europa die Flucht nach vorne“

Dokumentarfilm zum bilateralen Jugendtheateraustauschprojekt 2016 „Afrika – Europa die Flucht nach vorne“

In den letzten drei Wochen waren wir zu einem neuen Projekt in Kooperation mit dem Goetheinstiut in Abidjan wieder an der Elfenbeinküste tätig. Diemal ging es um Fortbildungen im Bereich
„Theatermittel im Fremdsprachenunterricht“ für Lehrer und Schüler.

Am Tag vor meiner Abreise dorthin ist endlich der 25-minütige Dokmentarfilm fertig geworden, den die Filmerin Kerstin Risse und ich aus allen Filmaufnahmen aus Bouaké von Alex Boy und allen Filmaufnahmen von Frau Risse in Reutlingen so wie aus einer Auswahl aus ca. 6.000 Fotos über das bilaterale Projekt 2016 erstellt haben.

Thema des Filmes ist: Interkulturelle Theaterarbeit – von Null auf hundert

Quasi druckfrisch wurde der Film in den letzten Wochen von mir mehrfach an der Elfenbeinküste gezeigt: Im Goetheinstitut  für die Spieler aus Bouaké, die inzwischen in Abidjan studieren. Außerdem wurde der Film im Goethesinstitut im Rahmen meiner Lehrerfortbildung „Theatermittel im Fremdsprachenunterricht“ gezeigt für alle Kursteilnehmer und die Mitarbeiter des GI.

Und dann gab es in Bouaké noch eine echte Filmpremiere bei einem Musiker von der Musikgruppe „Katana Club“ zu Hause –  Dazu kamen die Spieler aus Bouaké, der Filmer Alex Boy, Musiker, Schauspieler und  Lehrer.

So und nun sollten Sie auch die Möglichkeit haben, den Dokumentarfilm zum Projekt 2016 zusehen: Sie können den Film über Vimeo ansehen aber nicht downloaden. Wer Interesse an der Datei hat, dem können wir ihn z. B.auch per wetransfer zukommen lassen. Bei Bedarf können wir Ihnen auch eine DVD zukommen lassen.